Vorgehen bei einer Depotanalyse

Die Vorgehensweise besteht zunächst darin, Wertschöpfung durch eine gründliche Beratung zu generieren. Diese besteht darin, wie beim Allgemeinpraktiker eine Diagnose vorzunehmen, ehe eine Therapie vorgeschlagen wird.

Wer uns Unterlagen einreicht, bezahlt für die Analyse einen Unkostenbeitrag von Fr. 100.-. Es besteht einzig die Verpflichtung, ein Feedbackgespräch zu vereinbaren. Die Dauer dieses Gesprächs ist von der Komplexität der Depotwerte abhängig und kann zwischen 30 und 90 Minuten dauern.

Wir glauben kaum, dass sich ein typischer Patient für sämtliche Laborwerte interessiert, die der Arzt im Laufe seiner Diagnose feststellt. Wichtig ist allerdings, dass das Auffällige festgehalten und besprochen wird. Dazu zählt eine vollständige Transparenz der mit der Vermögensverwaltung verbundenen Kosten. Nicht selten sind diese versteckt. Auch Risiken können verborgen bleiben, wenn sie nicht vom einem professionellen Screening unterzogen werden. Das können auch Bilanzrisiken im Rahmen einer Unternehmensanalyse sein, die einem in der Detailanalyse von Aktien und Anleihen auffallen. Es mag sich auch mal um Ausreisser oder Lieblingswerte handeln – es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb das Auffällige eine Berechtigung haben mag, aber das ist ein Teil der Analyse, um eine richtige Diagnose stellen zu können.

Und so gehen wir mit einer Depotübersicht, die uns zur Analyse anvertraut wird, vor:

Bei einem Depotwert von weniger als 100‘000 CHF: Analyse der Unterlagen gleich vor Ort und unmittelbares Feedback und Festhalten der Erkenntnisse in einem Protokoll.

Bei einem Depotwert von mehr als 100‘000 CHF: Dann benötigen wir min. eine Arbeitswoche. Wir bilden

das Portfolio in unserer Portfolio Management Toolbox ab und nehmen eine qualitative und quantitative Analyse vor. Diese wird mit einer Risikoanalyse ergänzt, z.B. um zu verstehen, wie sich ein Depot an einem einzelnen Tag (15. Januar 2015) oder in einem Stressmonat (Juni 2015) verhalten hat.

Zum Schluss kommen wir zu den wichtigsten Empfehlungen respektive Folgerungen aus der Analyse als Gesprächsgrundlage für das Feedback mit dem Kunden.

Nach wie vor kennen wir die subjektiven Neigungen nicht, denn diese bleiben zentral für die richtige Vorgehensweise. Hingegen ist der faktenbasierte Depotteil häufig schon eine aussagekräftige Entscheidungsgrundlage: Gibt es Anleihen(fonds), die wertvernichtend wirken? Liegt eine zeitgemässe Diversifikation vor? usw.